Die Kirschessigfliege Drosophila suzukii gehört zu den Obst-, Essig- oder Taufliegen und stammt ursprünglich aus Asien. In Japan, China, Korea und im südlichen Küstenbereich von Sibirien ist sie endemisch. Von dort wurde sie weiter verbreitet und 2008 wurde die Kirschessigfliege erstmalig für Europa in Spanien nachgewiesen, 2009 in Italien in Südtirol. Seither schreitet ihre Ausbreitung rasch voran. 2010 folgten Berichte über ihr Auftreten aus weiteren Gebieten Italiens und Spaniens sowie in Frankreich.

2011 wurde sie in der Schweiz (Tessin und Graubünden), in Österreich und in Deutschland festgestellt. Es ist zu erwarten, dass die Ausbreitung in Europa, wie auch in der Scheiz, rasch voranschreitet.
Der Hauptverbreitungsweg dürfte die großräumige Verschleppung  durch befallene Früchte sein. Es gibt aber auch Hinweise, dass D. suzukii ein guter Flieger ist und weite Strecken zurücklegen kann.

Merkmale

Die Fliege ist wenige Millimeter groß (Männchen 2,6-2,8 mm; Weibchen 3,2-3,4 mm) und hat rote Augen. Der Körper ist hellbraun. Außerdem tragen die Männchen an den Vorderbeinen auf den beiden ersten Tarsengliedern kleine einreihige schwarze Kämme, die bei der Paarung eine Rolle spielen. Den Weibchen fehlt der schwarze Punkt auf den Flügeln. Ein charakteristisches Merkmal der Weibchen ist der mit kräftigen, sägeartigen dunklen Zähnen besetzte Eilegeapparat (Ovipositor) mit dem die Weibchen die intakte Fruchthaut für die Eiablage durchdringen.

Die Larven (Maden) sind klein (max. 3,5 mm), weiss und zylindrisch. Sie ernähren sich vom Fruchtfleisch und durchlaufen ihre komplette Entwicklung über drei Larvenstadien in der Frucht. Es finden sich meist mehrere Larven pro Frucht. Die Verpuppung findet vorwiegend in der Frucht statt. Die Larven können aber auch die Frucht verlassen und die Verpuppung findet in der Bodenstreu statt. Die Früchte werden durch das Befressen weich und weisen eingesunkene und verbräunte Stellen auf. Stark befallene Früchte können auch völlig kollabieren.

Natürliche Feinde

Als Gegenspieler von Drosophila-Arten in Europa kommen vor allem parasitische Hymenopteren in Frage:

  • Gallwespen: Leptopilina-Arten, (Hym., Cynipoidea)
  • Brackwespen: Asobara-Arten, (Hym., Braconidae, Unterfamilie Alysiinae)
  • Zehrwespen: Trichopria-Arten, (Hym., Proctotupoidea, Diapriidae)
  • Erzwespen: Pachycrepoideus vindemmiae (Hym., Chalcidoidea, Pteromalidae). Diese Art wurde in Befallsländern bereits aus D. suzukii gezüchtet.

Die in Europa im Freiland erreichten Parasitierungsraten lagen in der Regel unter 10 %. In Japan wurden deutlich höhere Parasitierungsraten bei Leptopilina japonica (53 %) und Asorbara japonica (68 %) registriert. Ob zukünftig diese oder endemische Parasitoide möglicherweise zu inundativen Bekämpfungsverfahren geeignet sind, bleibt zu prüfen.

Fazit für den Winzer

Wie genau in Zukunft mit der Kirschessigfliege umzugehen ist zeigt die Erfahrung und die Forschung.  Es ist nicht sinnvoll jedes Jahr ummengen von Insektizieden zu Spritzen und alles Lebewesen zu vernichten. Besser die natürliche Feinde stärken und die Trauben unattraktive zu machen.

Im nächsten Bericht schreibe ich meine Erfahrung über die Kirschessigfliege.

 

 

 

 

4 KOMMENTARE

  1. Das ist so. Die jetzige Strategie ist Vorlesen und die schlechten Beeren am Boden schneiden. Am Waldrand beim Pinot noir gab es einige schlechte Trauben, die wir Vorgelesen haben.

  2. Das gibt definitiv zu viel Aufwand. Die Fliege entwickelt sich bei den tieferen Temperaturen nicht mehr so schnell, und in etwa 10 Tagen werden wir den Rest holen.

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